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Warum ein einheitlicher Markenauftritt wichtig ist

Wie Logo, Farben, Schriften und Tonalität auf Website, Drucksachen, Social Media und Beschriftung zusammenspielen und wie KMU einen Styleguide aufbauen

Elijah NhekVeröffentlicht am 4 Min. Lesezeit
Visitenkarten, Briefpapier und Farbmuster in abgestimmten Tönen auf einem hellen Tisch ausgelegt
Inhalt dieses Artikels

Ein einheitlicher Markenauftritt ist wichtig, weil Menschen Ihr Unternehmen an vielen Orten sehen und es überall wiedererkennen sollen. Ob Website, Visitenkarte, Instagram-Profil oder Fahrzeugbeschriftung: Wenn Logo, Farben, Schriften und Sprache zusammenpassen, entsteht ein klares Bild. Wenn jedes Element anders aussieht, muss sich die Kundschaft jedes Mal neu orientieren. Ein einheitlicher Auftritt ist dabei weniger eine Frage des Budgets als eine Frage klarer Regeln.

Was zu einem Markenauftritt gehört

Ein Markenauftritt besteht aus mehr als dem Logo. Für ein KMU sind meist diese Bausteine entscheidend:

  • Name: immer in derselben Schreibweise, mit oder ohne Rechtsform, aber konsequent.
  • Logo: in den Varianten, die Sie wirklich brauchen, zum Beispiel quer, hoch, einfarbig und als kleines Zeichen.
  • Farben: eine Hauptfarbe, ein bis zwei Ergänzungsfarben und Neutraltöne, jeweils mit festgelegten Werten.
  • Schriften: eine Schrift für Überschriften, eine für Fliesstext, im Zweifel dieselbe Familie.
  • Bildsprache: ähnliches Licht, ähnliche Perspektiven, echte Fotos statt beliebiger Symbolbilder.
  • Tonalität: Sie oder Du, eher sachlich oder eher persönlich, Fachbegriffe oder Alltagssprache.

Warum Einheitlichkeit hilft

Aus unserer Sicht gibt es drei praktische Gründe, die ohne grosse Theorie auskommen.

Wiedererkennung. Wer Ihr Fahrzeug auf der Strasse gesehen hat und später Ihre Website öffnet, soll sofort merken, dass er richtig ist. Gleiche Farben und dasselbe Logo schaffen diese Verbindung.

Vertrauen. Ein uneinheitlicher Auftritt wirkt schnell zusammengewürfelt, auch wenn die Arbeit dahinter hervorragend ist. Wenn Offerte, Website und Rechnung zusammenpassen, wirkt das Unternehmen organisiert.

Effizienz. Wer klare Vorgaben hat, entscheidet nicht bei jedem Flyer neu über Farben und Schriften. Das spart Zeit und Abstimmung mit Druckereien, Grafikerinnen oder Mitarbeitenden.

Die Kanäle im Überblick

Jeder Kanal hat eigene Anforderungen. Die Marke bleibt dieselbe, die Umsetzung passt sich an.

Kanal Worauf achten
Website Farben mit genügend Kontrast, Schriften gut lesbar auf dem Smartphone
Google-Unternehmensprofil Name wie auf Schild und Website, Logo und Titelbild passend
Visitenkarten und Briefpapier Druckfarben sauber definiert, Logo in Vektorformat
Social Media Profilbild mit kleinem Logo-Zeichen, wiederkehrende Gestaltung für Beiträge
Schilder und Fahrzeuge Lesbarkeit auf Distanz, Logo auch einfarbig verwendbar
Offerten und Rechnungen Gleiche Schriften und Farben wie auf der Website

Der Name: wichtiger als man denkt

Beim Namen ist Einheitlichkeit nicht nur eine Stilfrage. In den Richtlinien für das Google-Unternehmensprofil verlangt Google, dass Sie für Ihr Unternehmen einheitlich den Namen verwenden, den Sie auch für Ihr Ladengeschäft, Ihre Website, Ihr Briefpapier und gegenüber Kunden gebrauchen. Zusätze wie Slogans oder Telefonnummern im Namen sind dort nicht erlaubt und können laut Google zur Sperrung des Profils führen. Wie Sie das Profil sauber einrichten, lesen Sie im Artikel Google-Unternehmensprofil einrichten.

Farben: am Bildschirm und auf Papier

Eine Farbe sieht am Bildschirm anders aus als auf Papier oder auf einer Folie am Fahrzeug. Deshalb lohnt es sich, für jede Markenfarbe mehrere Werte festzuhalten: einen für digitale Anwendungen und einen für den Druck. Ihre Druckerei oder Ihr Beschriftungsbetrieb kann Ihnen sagen, welche Angaben sie braucht.

Für die Website kommt ein weiterer Punkt dazu: der Kontrast. Die Web Content Accessibility Guidelines (WCAG 2.2) verlangen auf Stufe AA für normalen Text ein Kontrastverhältnis von mindestens 4,5:1 zum Hintergrund, für grossen Text mindestens 3:1. Ein helles Gelb oder ein zartes Grau als Schriftfarbe auf Weiss erreicht das oft nicht. Prüfen Sie das am besten, bevor Sie eine Farbe festlegen. Mehr dazu im Artikel Was bedeutet Barrierefreiheit bei Websites?

Tonalität: wie Sie klingen

Sprache gehört genauso zur Marke wie Farbe. Wenn die Website förmlich mit "Sie" spricht, Instagram aber locker mit "Du", ist das nicht zwingend falsch. Es sollte aber eine bewusste Entscheidung sein und nicht vom Zufall abhängen. Halten Sie ein paar Regeln fest: Anrede, typische Formulierungen, Wörter, die Sie vermeiden, und wie Sie auf Bewertungen antworten.

Ein Beispiel aus dem Alltag

Ein Beispiel: Ein Malergeschäft in Emmen hat ein Logo, das vor zwölf Jahren entstanden ist. Auf dem Lieferwagen ist es in Dunkelblau, auf der Website in Hellblau, auf Instagram als unscharfes Foto des Firmenschilds. Die Visitenkarten stammen aus einer Online-Druckerei mit einer anderen Schrift. Keines dieser Elemente ist schlecht, aber zusammen wirken sie wie vier verschiedene Firmen.

Der Weg zu einem einheitlichen Auftritt muss nicht mit einem neuen Logo beginnen. Oft genügt es, das bestehende Logo sauber als Vektordatei aufzubereiten, die Farbwerte festzulegen und alle Kanäle Schritt für Schritt anzupassen.

So bauen Sie einen einfachen Styleguide

Ein Styleguide für ein KMU kann auf eine oder zwei Seiten passen:

  • Logo: Varianten, Mindestgrösse, Schutzraum rundherum, was nicht erlaubt ist.
  • Farben: Hauptfarbe und Ergänzungsfarben mit Werten für Bildschirm und Druck.
  • Schriften: Namen, Grössen für Überschriften und Text, Ersatzschrift für Office-Dokumente.
  • Bilder: zwei bis drei Beispiele, die den gewünschten Stil zeigen.
  • Sprache: Anrede, Tonalität, Schreibweise des Firmennamens.

Legen Sie dazu einen Ordner mit allen Dateien an, damit Mitarbeitende, Druckereien und Agenturen immer die aktuelle Version verwenden.

Fazit

Ein einheitlicher Markenauftritt sorgt dafür, dass Ihr Unternehmen überall gleich erkennbar ist, von der Website über die Visitenkarte bis zum Fahrzeug. Dafür braucht es keine teure Kampagne, sondern klare Regeln für Name, Logo, Farben, Schriften und Sprache. Wer diese Regeln einmal festhält, spart später Zeit bei jedem neuen Druckauftrag und jedem Beitrag. Wenn Sie Website und Drucksachen gemeinsam angehen möchten, finden Sie unter Pakete das Paket Business, das neben der Website unter anderem Visitenkarten enthält.

Häufige Fragen

Brauche ich als kleines Unternehmen wirklich einen Styleguide?
Ein umfangreiches Handbuch ist selten nötig. Eine Seite mit Logo-Varianten, Farbwerten, Schriften und ein paar Regeln zur Sprache reicht oft, damit alle Beteiligten gleich arbeiten.
Darf ich mein Logo für verschiedene Kanäle anpassen?
Ja, sogar sinnvoll. Ein Logo braucht oft eine quer- und eine hochformatige Version sowie ein kleines Zeichen für Profilbilder. Wichtig ist, dass es klar als dieselbe Marke erkennbar bleibt.
Muss mein Firmenname überall genau gleich geschrieben sein?
Für Ihr Google-Unternehmensprofil verlangt Google, dass Sie denselben Namen verwenden wie für Ladengeschäft, Website und Briefpapier. Auch sonst hilft eine einheitliche Schreibweise, damit man Sie wiedererkennt.

Quellen

Elijah Nhek

Software Engineer und Gründer von WEBLILO in Luzern. Entwickelt Websites und Software für Unternehmen in der Schweiz

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