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QR-Codes im Geschäft sinnvoll einsetzen

Wie KMU QR-Codes für Menükarten, Bewertungen, Zahlungen und Kontaktdaten nutzen, was statische und dynamische Codes unterscheidet und wie Sie den Druck testen

Elijah NhekVeröffentlicht am 4 Min. Lesezeit
Kleiner Tischaufsteller mit QR-Code auf einem Restauranttisch neben einem Glas Wasser
Inhalt dieses Artikels

QR-Codes sind im Geschäft dann sinnvoll, wenn sie einen Weg abkürzen: zur Menükarte, zum Bewertungsformular, zur Zahlung oder zu Ihren Kontaktdaten. Ein QR-Code ist nur eine gedruckte Abkürzung zu einer Adresse. Ob er nützt, entscheidet die Seite dahinter. Diese sollte auf dem Smartphone schnell laden und gut lesbar sein. Und bevor der Code in den Druck geht, gehört er gründlich getestet.

Wie Ihre Kundschaft QR-Codes scannt

Auf dem iPhone ist kein Zusatzprogramm nötig. Apple beschreibt zwei Wege: die Kamera-App im Fotomodus auf den Code richten und auf den eingeblendeten Link tippen, oder im Kontrollzentrum die Funktion "Code scannen" verwenden. Bei schwachem Licht lässt sich dort laut Apple die Taschenlampe zuschalten.

Bei Android hängt der Weg vom Gerät ab. Google beschreibt zum Beispiel für die eigene Kamera-App, dass man die Kamera auf den Code richtet und auf das eingeblendete Banner tippt, mit dem Hinweis, dass die Funktion nur auf ausgewählten Geräten verfügbar ist. Andere Hersteller lösen das unterschiedlich.

Für Sie heisst das: Gehen Sie nicht davon aus, dass alle sofort wissen, was zu tun ist. Ein kurzer Satz neben dem Code hilft, etwa "Mit der Kamera scannen für die Menükarte".

Vier sinnvolle Einsatzbereiche

Menükarten

Ein QR-Code auf dem Tisch kann zur Speisekarte auf Ihrer Website führen. Der Vorteil: Sie können Preise, Tagesmenüs oder Allergene ändern, ohne neu zu drucken. Wichtig ist, dass die Karte als normale Webseite gestaltet ist, nicht als PDF, das man auf dem Smartphone mühsam vergrössern muss. Und eine gedruckte Karte sollte es trotzdem geben, für alle, die lieber blättern oder kein Smartphone dabeihaben.

Bewertungen

Für Google-Bewertungen stellt Google selbst einen Link und einen QR-Code bereit. Laut Google-Hilfe finden Sie diesen im Unternehmensprofil unter "Rezensionen lesen" und "Mehr Rezensionen erhalten". Der QR-Code lässt sich dort nur in einem Browser am Computer erstellen.

Beachten Sie dabei die Regeln: Google verbietet Anreize wie kostenlose oder vergünstigte Produkte oder Dienstleistungen als Gegenleistung für Rezensionen. Eine Ergänzung zum QR-Code sind NFC-Karten, die wir im Artikel NFC-Bewertungskarten: So funktionieren sie erklären.

Zahlungen

Auch TWINT setzt auf QR-Codes. Mit dem TWINT QR-Code-Sticker scannt die Kundschaft den Code in der TWINT-App und bezahlt einen fixen oder selbst eingegebenen Betrag. Den Code erstellen Sie im TWINT Business Portal. Er wird nicht mit einem beliebigen QR-Generator erzeugt, sondern von TWINT. Mehr dazu im Artikel TWINT im Geschäft: Was KMU wissen sollten.

Kontaktdaten

Auf Visitenkarten, Fahrzeugen oder Offerten kann ein QR-Code zu einer Kontaktseite führen, auf der Telefonnummer, Adresse und Öffnungszeiten stehen. Aus unserer Sicht ist eine gut gemachte Kontaktseite auf Ihrer Website dafür oft die robusteste Lösung: Sie lässt sich aktualisieren, und jeder Browser kann sie öffnen.

Statisch oder dynamisch?

Bei QR-Codes gibt es zwei grundlegende Varianten:

Statischer Code Dynamischer Code
Inhalt Die Zieladresse steckt direkt im Code Der Code führt zu einer Zwischenadresse, die weiterleitet
Ziel ändern Nicht möglich, ohne neu zu drucken Möglich, beim Anbieter der Zwischenadresse
Abhängigkeit Keine, solange die Zielseite existiert Vom Anbieter der Weiterleitung, oft mit Abo
Auswertung Nur über Ihre Website-Statistik Je nach Anbieter mit Scan-Statistik

Der Haken bei dynamischen Codes von Drittanbietern: Kündigen Sie das Abo oder stellt der Anbieter den Dienst ein, funktionieren alle gedruckten Codes nicht mehr. Aus unserer Sicht ist eine Weiterleitung über Ihre eigene Domain oft die bessere Lösung. Ein statischer Code führt zum Beispiel auf ihre-firma.ch/menu, und diese Adresse leiten Sie auf Ihrer Website weiter, wohin Sie möchten. So bleibt die Kontrolle bei Ihnen.

Druck: testen, bevor Sie bestellen

Ein QR-Code, der am Bildschirm funktioniert, scheitert manchmal auf Papier. Diese Punkte sollten Sie vor der Bestellung prüfen:

  • Grösse: Drucken Sie den Code in Originalgrösse aus und testen Sie ihn aus dem Abstand, aus dem Ihre Kundschaft scannt. Ein Code auf einem Plakat im Schaufenster braucht mehr Fläche als einer auf dem Tisch.
  • Kurze Adressen: Je länger die Adresse, desto dichter das Muster. Kurze Adressen ergeben grössere, leichter lesbare Punkte.
  • Kontrast: Dunkler Code auf hellem Hintergrund ist die sichere Wahl. Helle Codes auf dunklem Grund oder farbige Codes mit wenig Kontrast sollten Sie besonders gründlich testen.
  • Freiraum: Lassen Sie rund um den Code einen hellen Rand frei und platzieren Sie keine Grafik direkt daneben.
  • Material und Licht: Glänzende Oberflächen können spiegeln. Testen Sie dort, wo der Code später hängt.
  • Mehrere Geräte: Prüfen Sie mit mindestens einem iPhone und einem Android-Gerät, idealerweise auch einem älteren Modell.

Die Seite hinter dem Code

Ein QR-Code wird fast immer mit dem Smartphone gescannt. Die Zielseite muss deshalb mobil gut funktionieren: schnell laden, ohne seitliches Scrollen, mit lesbarer Schrift und gut tippbaren Schaltflächen. Wie das gelingt, erklären wir im Artikel Was ist Responsive Design?

Sicherheit: Codes regelmässig kontrollieren

Das Bundesamt für Cybersicherheit (BACS) warnt vor manipulierten QR-Codes. Betrüger kleben eigene Codes über echte, etwa an Parkuhren, und leiten so auf gefälschte Seiten. Das BACS nennt ausdrücklich auch Restaurants als Orte, an denen ein Link vertrauenswürdig wirkt.

Schützen können Sie Ihre Kundschaft so:

  • Kontrollieren Sie ausgehängte Codes regelmässig auf Überklebungen.
  • Drucken Sie die Kurzadresse lesbar unter den Code, damit man sieht, wohin er führt.
  • Verlangen Sie auf der Zielseite keine sensiblen Daten, die dort nicht nötig sind.

Fazit

QR-Codes sind ein einfaches Werkzeug, um Menschen vom Papier auf die richtige Seite zu bringen: zur Menükarte, zur Bewertung, zur Zahlung oder zu Ihren Kontaktdaten. Entscheidend sind eine mobilfreundliche Zielseite, ein gut getesteter Druck und die Kontrolle über die Adresse dahinter. Im Paket Business von WEBLILO sind unter anderem Google-Bewertungsständer mit QR-Code und, wo sinnvoll, QR-Menükarten enthalten. Mehr dazu finden Sie unter Pakete.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen statischen und dynamischen QR-Codes?
Ein statischer Code enthält die Zieladresse direkt und lässt sich nach dem Druck nicht mehr ändern. Ein dynamischer Code führt über eine Zwischenadresse, deren Ziel sich später anpassen lässt. Dafür sind Sie von dieser Zwischenadresse abhängig.
Wie gross muss ein QR-Code gedruckt sein?
Eine feste Grösse für alle Fälle gibt es nicht. Sie hängt von der Länge des Inhalts und vom Abstand ab, aus dem gescannt wird. Testen Sie den Ausdruck in Originalgrösse mit mehreren Smartphones.
Können QR-Codes manipuliert werden?
Ja. Das BACS warnt vor Codes, die über echte Codes geklebt werden und auf gefälschte Seiten führen. Kontrollieren Sie Ihre ausgehängten Codes deshalb regelmässig.

Quellen

Elijah Nhek

Software Engineer und Gründer von WEBLILO in Luzern. Entwickelt Websites und Software für Unternehmen in der Schweiz

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