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NFC-Bewertungskarten: So funktionieren sie

Wie NFC-Bewertungskarten technisch funktionieren, was iPhone und Android dafür brauchen, warum ein QR-Code als Ersatz dazugehört und was Google erlaubt

Elijah NhekVeröffentlicht am 4 Min. Lesezeit
Smartphone wird über eine schlichte Karte auf einer Ladentheke gehalten
Inhalt dieses Artikels

Eine NFC-Bewertungskarte enthält einen kleinen Chip, auf dem ein Link gespeichert ist, meist zum Bewertungsformular Ihres Google-Unternehmensprofils. Hält jemand ein passendes Smartphone an die Karte, erscheint ein Hinweis, und mit einem Tippen öffnet sich die Seite. Das funktioniert aber nicht auf jedem Gerät: NFC muss vorhanden und eingeschaltet sein. Deshalb gehört auf jede gute Karte zusätzlich ein QR-Code.

Was ist NFC?

NFC steht für Near Field Communication, also Nahfeldkommunikation. Es ist eine Funktechnik für sehr kurze Distanzen. Die Android-Entwicklerdokumentation betont, dass Geräte NFC-Tags nur auf sehr kurze Entfernung lesen. Man muss das Smartphone also direkt an oder knapp über die Karte halten.

Dieselbe Technik steckt im kontaktlosen Bezahlen mit dem Smartphone. Bei einer Bewertungskarte geht es aber nicht um Zahlungen, sondern nur um das Lesen eines kurzen Datensatzes.

Was auf dem Chip gespeichert ist

Im Chip einer Bewertungskarte, dem sogenannten NFC-Tag, liegt eine kleine Nachricht im Format NDEF. Dieses Format wird vom NFC Forum definiert und von Android und iPhone unterstützt. Für eine Bewertungskarte enthält die Nachricht im Wesentlichen einen einzigen Eintrag: eine Webadresse.

Das heisst auch: Die Karte selbst "weiss" nichts über Bewertungen. Sie öffnet nur einen Link. Ob dieser Link zum richtigen Ort führt, hängt davon ab, was beim Beschreiben des Chips eingetragen wurde. Den passenden Link für Ihr Unternehmen erstellen Sie im Google-Unternehmensprofil unter "Rezensionen lesen" und "Mehr Rezensionen erhalten". Laut Google lässt sich dort der Link kopieren und ein QR-Code speichern, wobei der QR-Code nur in einem Browser am Computer erstellt werden kann.

So läuft es beim iPhone ab

Apple beschreibt in seiner Entwicklerdokumentation das sogenannte Background Tag Reading: Das iPhone sucht im Hintergrund nach NFC-Tags und liest sie, ohne dass eine App geöffnet sein muss. Das System zeigt dann eine Mitteilung an. Nach einem Tippen öffnet sich der Link, bei einer normalen Webadresse in Safari, sofern keine zugehörige App installiert ist.

Wichtig sind die Einschränkungen, die Apple nennt:

  • Modelle: Background Tag Reading wird ab dem iPhone XS unterstützt.
  • Nur im Gebrauch: Das iPhone liest Tags im Hintergrund nur, wenn es gerade benutzt wird.
  • Nicht verfügbar, auch bei eingeschaltetem Bildschirm, wenn zum Beispiel:
    • das Gerät seit dem Neustart noch nie entsperrt wurde,
    • Apple Pay Wallet gerade verwendet wird,
    • die Kamera in Gebrauch ist,
    • der Flugmodus aktiviert ist.
  • Gesperrtes iPhone: Ist das iPhone gesperrt, fordert das System zum Entsperren auf, bevor der Link geöffnet wird.

Apple weist ausserdem darauf hin, dass nicht alle Geräte Background Tag Reading unterstützen. Bei älteren Modellen funktioniert die Karte deshalb nicht einfach durch Antippen.

So läuft es bei Android ab

Android-Geräte suchen laut der Entwicklerdokumentation von Google in der Regel nach NFC-Tags, wenn der Bildschirm entsperrt ist, sofern NFC nicht in den Einstellungen deaktiviert wurde. Je nach Android-Version öffnet sich ein Weblink direkt oder es erscheint zuerst ein Hinweis, den man antippen muss.

Ob NFC eingeschaltet ist, lässt sich laut Google-Hilfe so prüfen:

  • Einstellungen öffnen.
  • In der Suche "NFC" eingeben.
  • Sicherstellen, dass die NFC-Option eingeschaltet ist.

Google weist darauf hin, dass die Schritte je nach Gerät variieren können. Ausserdem haben nicht alle Android-Smartphones einen NFC-Chip.

Warum ein QR-Code auf die Karte gehört

Aus den Einschränkungen oben folgt eine einfache Regel: Eine NFC-Karte ohne Alternative schliesst einen Teil Ihrer Kundschaft aus. Ein QR-Code auf derselben Karte, der zum selben Link führt, löst das Problem. Wer kein NFC hat oder bei wem es nicht reagiert, scannt den Code mit der Kamera.

Ein kleiner Hinweis auf der Karte hilft zusätzlich, zum Beispiel "Smartphone hier anhalten oder Code scannen". Mehr dazu, wie QR-Codes zuverlässig funktionieren, lesen Sie im Artikel QR-Codes im Geschäft sinnvoll einsetzen.

Was Google bei Bewertungen erlaubt und was nicht

Eine Bewertungskarte macht es einfacher, um eine Rezension zu bitten. Die Regeln für Rezensionen gelten trotzdem unverändert. Die Google-Richtlinien zu gefälschten Interaktionen sind dabei klar:

  • Keine Anreize: Zahlungen, Rabatte oder kostenlose Leistungen als Gegenleistung für eine Bewertung sind nicht erlaubt. Solche Rezensionen werden laut Google aus Google Maps entfernt.
  • Keine Auswahl: Es ist nicht erlaubt, gezielt nur um positive Rezensionen zu bitten oder negative zu verhindern.
  • Kein Druck: Kundinnen und Kunden dürfen nicht unter Druck gesetzt werden, und Inhalte dürfen nicht vorgegeben werden.
  • Keine Interessenkonflikte: Google nennt eine aktuelle oder frühere Beschäftigung als möglichen Interessenkonflikt.

Erlaubt ist, alle Kundinnen und Kunden ohne Gegenleistung um eine ehrliche Bewertung zu bitten. Wie Sie dabei vorgehen und auf Bewertungen antworten, beschreiben wir im Artikel Google-Bewertungen für Unternehmen.

Praktische Tipps für den Einsatz

  • Testen: Prüfen Sie jede Karte vor dem Einsatz mit mindestens einem iPhone und einem Android-Gerät.
  • Handhabung zeigen: Probieren Sie selbst aus, wie das Smartphone gehalten werden muss, damit die Karte reagiert, und zeigen Sie es der Kundschaft beim ersten Mal.
  • Richtiger Moment: Bitten Sie um eine Bewertung, wenn die Leistung abgeschlossen ist und die Kundschaft Zeit hat.
  • Zielseite prüfen: Öffnen Sie den gespeicherten Link regelmässig und kontrollieren Sie, ob er noch zum richtigen Profil führt.

Fazit

NFC-Bewertungskarten sind eine einfache Technik: Ein Chip speichert einen Link, das Smartphone öffnet ihn. Sie funktionieren aber nur auf Geräten mit NFC, bei eingeschaltetem NFC und auf dem iPhone ohne App erst ab dem iPhone XS. Ein QR-Code als Alternative gehört deshalb dazu. Und die Karte ändert nichts an Googles Regeln: keine Anreize, keine Auswahl, keine gekauften Bewertungen. Im Paket Business von WEBLILO sind 10 Google-NFC-Bewertungskarten enthalten, die Details finden Sie unter Pakete.

Häufige Fragen

Funktioniert eine NFC-Karte mit jedem Smartphone?
Nein. Das Smartphone muss NFC unterstützen und NFC muss eingeschaltet sein. Auf dem iPhone liest das System Tags im Hintergrund ab dem iPhone XS. Deshalb gehört ein QR-Code als Alternative auf die Karte.
Braucht die Kundschaft eine App?
Für einen gespeicherten Weblink in der Regel nicht. Auf unterstützten Geräten erscheint ein Hinweis, der den Link im Browser öffnet.
Darf ich für eine Bewertung einen Rabatt anbieten?
Nein. Google verbietet Anreize wie Zahlungen oder Rabatte für Rezensionen. Solche Rezensionen werden laut Google entfernt.

Quellen

Elijah Nhek

Software Engineer und Gründer von WEBLILO in Luzern. Entwickelt Websites und Software für Unternehmen in der Schweiz

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