Warum eine schöne Website allein nicht genügt
Gutes Design ist wichtig, aber eine Website muss auch gefunden werden, schnell laden, verständlich sein und Besucher zur Anfrage führen

Inhalt dieses Artikels
- Was eine Website eigentlich leisten soll
- Gefunden werden: Inhalte vor Effekten
- Schnell laden: wenn Effekte bremsen
- Verständlich sein: Struktur schlägt Originalität
- Für alle nutzbar: Barrierefreiheit gehört dazu
- Zum nächsten Schritt führen
- Vertrauen und Wiedererkennung
- Wie Design und Funktion zusammengehen
- Fazit
Eine schöne Website schafft einen guten ersten Eindruck. Allein bringt sie aber noch keine Anfragen. Damit eine Website für ein Unternehmen arbeitet, muss sie gefunden werden, schnell laden, auf allen Geräten verständlich sein und Besuchern klar zeigen, was sie als Nächstes tun können. Design ist dabei ein wichtiges Werkzeug, nicht das Ziel.
Was eine Website eigentlich leisten soll
Bevor über Farben und Schriften gesprochen wird, lohnt sich eine einfache Frage: Was soll ein Besucher nach dem Besuch getan haben? Anrufen, ein Formular ausfüllen, einen Termin buchen, im Laden vorbeikommen? Aus unserer Sicht beginnt jede gute Website mit dieser Antwort. Das Design soll den Weg dorthin unterstützen.
Eine Website, die preisgekrönt aussieht, aber niemanden zur Kontaktaufnahme führt, verfehlt ihren Zweck. Eine schlichte Website, die genau das tut, erfüllt ihn.
Gefunden werden: Inhalte vor Effekten
Die schönste Gestaltung nützt wenig, wenn niemand die Website findet. Google empfiehlt, Inhalte in erster Linie für Menschen zu schreiben und nicht, um Suchmaschinen zu beeinflussen. Gleichzeitig hält Google fest, dass immer die relevantesten Inhalte gezeigt werden sollen, selbst wenn die Nutzererfahrung einer Seite nicht optimal ist.
Für Sie heisst das: Klare Texte zu Ihren Leistungen, Ihrem Einsatzgebiet und Ihrer Arbeitsweise sind die Grundlage. Eine Startseite, die nur aus einem grossen Bild und einem Slogan besteht, gibt Suchmaschinen und Menschen wenig Information. Für lokale Unternehmen kommt das Google-Unternehmensprofil dazu, siehe Lokal auf Google gefunden werden.
Schnell laden: wenn Effekte bremsen
Grosse Hintergrundvideos, viele Animationen und hochauflösende Bilder sehen auf dem Bildschirm des Designers oft beeindruckend aus. Auf einem Smartphone mit mittlerer Verbindung können sie die Seite spürbar verlangsamen.
Google misst die Nutzererfahrung unter anderem mit den Core Web Vitals:
| Kennzahl | Was sie misst | Gut laut Google |
|---|---|---|
| Largest Contentful Paint (LCP) | Ladezeit des grössten sichtbaren Elements | innerhalb von 2,5 Sekunden |
| Interaction to Next Paint (INP) | Reaktion auf Eingaben | unter 200 Millisekunden |
| Cumulative Layout Shift (CLS) | visuelle Stabilität | unter 0,1 |
Google weist darauf hin, dass Bilder oft den grössten Teil des Datenvolumens einer Seite ausmachen. Gute Werte allein garantieren laut Google zwar keine Top-Platzierung. Wenn mehrere Seiten ähnlich hilfreiche Inhalte bieten, kann eine gute Nutzererfahrung aber zum Erfolg beitragen. Mehr dazu im Artikel über Ladegeschwindigkeit und Nutzererfahrung.
Verständlich sein: Struktur schlägt Originalität
Kreative Navigationen, versteckte Menüs oder ungewöhnliche Begriffe können originell wirken, machen die Orientierung aber schwerer. Besucher suchen Informationen dort, wo sie sie gewohnt sind: Menü oben, Kontakt im Fussbereich, Leistungen klar benannt.
Ein hypothetisches Beispiel: Ein Restaurant in Horw hat eine Website mit stimmungsvollem Video auf der Startseite. Die Speisekarte ist aber nur als grosse PDF-Datei verfügbar, und die Öffnungszeiten stehen auf einer Unterseite namens "Story". Wer am Abend kurz nachschauen will, ob noch offen ist, gibt auf dem Handy schnell auf. Das Design ist schön, die Website erfüllt ihre wichtigste Aufgabe aber nicht.
Für alle nutzbar: Barrierefreiheit gehört dazu
Die Web Content Accessibility Guidelines (WCAG) des W3C beschreiben, wie Webinhalte für Menschen mit Behinderungen zugänglicher werden. Die aktuelle Version WCAG 2.2 baut auf vier Prinzipien auf: wahrnehmbar, bedienbar, verständlich und robust.
Hier kann reine Ästhetik in Konflikt mit der Funktion geraten. Hellgraue Schrift auf weissem Grund wirkt elegant, ist aber für viele Menschen schwer lesbar. Bilder ohne Alternativtext sind für Screenreader nicht verständlich. Google nennt den Alternativtext zudem das wichtigste Attribut, um Bilder für die Suche zu beschreiben. Gute Barrierefreiheit verbessert die Website also für alle. Mehr dazu im Artikel über Barrierefreiheit.
Zum nächsten Schritt führen
Eine Website sollte auf jeder wichtigen Seite zeigen, wie es weitergeht. Das kann ein klar beschrifteter Button sein, eine antippbare Telefonnummer oder ein kurzes Formular. Wichtig ist, dass dieser Schritt sichtbar ist und nicht erst gesucht werden muss.
Und nach der Anfrage? Wenn Anfragen per E-Mail eintreffen und dann manuell weitergereicht werden, gehen sie leicht unter. Wie sich das vereinfachen lässt, zeigt der Artikel über automatische Kundenanfragen.
Vertrauen und Wiedererkennung
Gutes Design trägt zum Vertrauen bei, wenn es zum restlichen Auftritt passt. Wenn Website, Visitenkarte, Fahrzeugbeschriftung und Social-Media-Profil unterschiedlich aussehen, entsteht kein klares Bild. Ein einheitlicher Markenauftritt ist deshalb oft wirksamer als ein einzelnes, besonders auffälliges Element.
Ebenso wichtig sind echte Inhalte: Fotos vom eigenen Team und von eigenen Arbeiten, nachvollziehbare Referenzen und aktuelle Angaben. Ein makelloses Layout mit veralteten Öffnungszeiten wirkt weniger vertrauenswürdig als eine schlichte, aber gepflegte Seite.
Wie Design und Funktion zusammengehen
Aus unserer Sicht schliessen sich schöne Gestaltung und gute Funktion nicht aus. Sie gelingen am besten, wenn die Reihenfolge stimmt:
- Ziel und Zielgruppe klären
- Inhalte und Struktur festlegen
- Design entwickeln, das Inhalte und Marke trägt
- Technik so umsetzen, dass die Seite schnell und zugänglich bleibt
- Nach dem Launch prüfen, ob Besucher den gewünschten Schritt tun
Fazit
Eine schöne Website ist ein guter Anfang, aber kein Ergebnis. Erst wenn sie gefunden wird, schnell lädt, verständlich und zugänglich ist und klar zur Anfrage führt, arbeitet sie für Ihr Unternehmen. Design ist dabei das Werkzeug, das all das zusammenhält. Wenn Sie sehen möchten, wie wir Gestaltung und Funktion verbinden, finden Sie unter Leistungen einen Überblick.
Häufige Fragen
- Ist Design für eine Firmenwebsite also unwichtig?
- Nein. Design prägt den ersten Eindruck und das Vertrauen. Es entfaltet seine Wirkung aber nur, wenn die Website auch gefunden wird, schnell lädt, verständlich ist und den nächsten Schritt klar macht.
- Garantieren gute Core Web Vitals ein gutes Google-Ranking?
- Nein. Google schreibt selbst, dass gute Werte keine Top-Platzierung garantieren. Relevante Inhalte stehen im Vordergrund, die Nutzererfahrung kann bei vergleichbaren Inhalten den Ausschlag geben.
Quellen

Elijah Nhek
Software Engineer und Gründer von WEBLILO in Luzern. Entwickelt Websites und Software für Unternehmen in der Schweiz
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